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Fotos und Texte: Annette Diesler
"Hebt euch ihr Tore..."
01. Dezember 2007
wusstest du schon
dass die stimme eines menschen
einen anderen menschen
wieder aufhorchen lässt
wusstest du schon
dass das anhören eines menschen
wunder wirkt
wusstest du schon
dass ein anruf den
abstand zwischen
zwei welten überbrücken kann
wenn du das alles schon wusstest
worauf wartest du noch
nach Wilhelm Wilms

02. Dezember 2007
Das Leben, das die meisten führen,
zeigt ihnen, bis sie’s klar erkennen:
Man kann sich auch an offenen Türen
den Kopf einrennen.
Erich Kästner
03. Dezember 2007
Da sagte die Sklavin, die Türhüterin, zu Petrus: „Bist du nicht auch ein Jünger dieses Menschen?“
Joh 18,17
Mit welcher Wahrheit konfrontiere ich meine Mitmenschen?
Mit welcher Wahrheit konfrontieren mich meine Mitmenschen?

04. Dezember 2007
„Macht hoch die Tür” gehört zu den bekanntesten Adventsliedern. Es ertönt auch außerhalb der christlichen Gottesdienste als gesungenes Lied oder in instrumentalen Bearbeitungen. Der Text stammt von Georg Weissel (1590–1635), einem lutherischen Theologen des 17. Jahrhunderts.
Der Gesang ist ein Lied zum ersten Advent. Theologischer Hintergrund des Liedes ist die Lehre vom mehrfachen Advent Christi. Hierbei werden folgende vier Aspekte entfaltet:
Michael Fischer

05. Dezember 2007
Es gibt ein Gesetz im Leben,
dass, wenn sich eine Tür schließt,
eine andere auftut.
Wenn aber die Türen,
durch die wir im Leben gegangen sind,
sich schließen,
eine nach der anderen,
dann lösen sich die Wände
vor unseren Augen auf,
in denen Türen sich gedreht haben.
Die Welt wird groß.
Das Licht einer anderen Wirklichkeit
liegt über ihr,
und unser Weg fängt noch einmal an.
Wir werden endgültig wissen,
dass wir gesegnet waren.
Jörg Zink

06. Dezember 2007
Die Serafim (Engel) riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!
Jesaja 6, 1-8

07. Dezember 2007
Am Abend wird man klug
Für den vergangnen Tag,
Doch niemals klug genug
Für den, der kommen mag.
Friedrich Rücker

08. Dezember 2007
Ich gehe vor dir her und ebne Mauerkronen ein,
Türen aus Erz zerbreche ich
Und eiserne Riegel zerschlage ich…
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen,
ich habe dir einen Ehrennamen gegeben, obwohl du mich nicht kanntest.
Jes 45, 2.4
Welche Freiheit habe ich durch Gott gewonnen?

09. Dezember 2007
Während sie weggingen, um einzukaufen, kam der Bräutigam, und die fertig vorbereiteten gingen mit ihm zur Hochzeitsfeier, und die Tür wurde geschlossen.
Mt 25,10
Es gibt Momente im Leben, die lassen sich nicht wiederholen. Wohl denjenigen, die sie zu nutzen wissen und in ihrer Tiefe auskosten.

10. Dezember 2007
Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen zum Lobe Gottes und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich kam es zu einem starken Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Sogleich sprangen alle Türen auf und von allen fielen die Fesseln ab.
Apg 16,25f
Traue ich der Kraft meines Gebets?

11. Dezember 2007
Türen öffnen reicht nicht!
Türen öffnen reicht nicht – Frauen im Tourismus wollen Gleichberechtigung, Fairness und Ermächtigung. Das ist das Fazit der Frauen aus Organisationen in Bangalore, Goa und Kerala, die sich im Rahmen des diesjährigen Welttourismustages kritisch zur Situation von Frauen äußerten. Frauen arbeiten in niederen Stellungen mit weniger Aufstiegschancen (als Hauspflegerinnen, am Empfang, im Restaurationsbetrieb und in der Wäscherei), während die Managerposten von Männern besetzt sind. Darüber hinaus gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Raubbau an natürlichen Ressourcen durch den Tourismus und einer größeren alltäglichen Bürde für die Frauen. Sie als Hausfrauen und Mitglieder der Gemeinschaft leiden am meisten, wenn sie plötzlich kein Brennholz im Wald mehr holen können oder die Suche nach Wasser sie täglich über Stunden beansprucht.
Schließlich gilt es auch in der Tourismusindustrie, bei der Verbindung zwischen Migration und Tourismus den Genderaspekt wahrzunehmen. Ebenso bei HIV/AIDS, einem Thema, das nicht nur, aber insbesondere durch den Sextourismus eine starke Genderkomponente hat.

12. Dezember 2007
Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Ps 24,7
Türen markieren ein drinnen und draußen. Sie gewähren Schutz. Meistens für die, die drinnen sind. Manchmal auch für die, die draußen sind.
Der Psalmvers lädt uns ein, uns für Gott zu öffnen. Auch wenn die Tür quietscht, das Schloss nicht geölt ist oder die Sicherheitskette erst einen spaltbreit frei gibt.
Was haben Sie schon lange nicht mehr gemacht, was Ihnen eigentlich gut täte?
Wer könnte Ihnen dabei helfen dies zu tun?
Was wollten Sie schon immer mal ausprobieren?

13. Dezember 2007
Wenn ihr nun hinausgeht,
legt ab, lasst hier zurück alles,
was euch im Innern beschwert
und den Weg zum Festsaal verstellt:
böse Gedanken, Heuchelei, Neid, Angst und Verzagtheit.
Gesegnet sei in euch das Verlangen, die Sehnsucht
nach dem, was unsere Herzen heilt,
was unsere Zwietracht beendet,
was unseren Hunger stillt und Frieden bringt.
Seid gesegnet,
denn Gott wendet sich euch mit aller Güte zu.
Wo immer ihr seid, nah oder fern,
seid ihr mit Ihr verbunden.
So geht nun zurück an eure Orte,
verwandelt und gesegnet mit Kraft,
für Gottes Gerechtigkeit einzustehen.
Dazu segne euch – im Scheitern und im Gelingen –
Gott, uns Vater und Mutter,
Gott, in Jesus uns Bruder,
Gott, Geistes Kraft, die die Liebe in uns stärkt.
Geht hin in Friede und Freude. Ellen Ullrich

14. Dezember 2007
Filmtipp: „Die Tür mit den sieben Schlössern"
Bevor Lord Selford das zeitliche segnete, versteckte er sein ganzes Vermögen hinter einer Tür, die nur mit sieben verschiedenen Schlüsseln geöffnet werden kann. Diese sieben Schlüssel verteilt er nun unter Freunden und Verwandten. Vielleicht hat er nicht geahnt, was nach seinem Ableben passiert: Ein Schlüsselträger nach dem anderen kommt unter ziemlich unnatürlichen Umständen ums Leben - einschließlich seines Sohnes, der zum Zeitpunkt der Volljährigkeit, der rechtmäßige Erbe sein sollte. Scotland Yard kann da natürlich nicht weiter tatenlos zuschauen …
Ein 95minütiger Filmklassiker aus der Edgar Wallace-Reihe von 1962. Unterhaltsam, spannend und nicht zuletzt dank Eddi Arent mit Komik-Faktor.

15. Dezember 2007
„Schlüssel-Stellen”
Rom, Babylon, Jerusalem – alle diese Städte haben eines gemeinsam: sie haben berühmte Tore. Diese mächtigen Tore lassen noch heute die Bedeutung dieser Bauten erahnen: das Tor war einst eine wichtige "Schlüssel-Stelle". Jede Person, die in die Stadt hinein oder sie verlassen wollte, musste das Tor passieren. Nur hier erhielt man Zugang zur Gesellschaft, zu den Märkten, Kulten und Festen einer Stadt.
In der Bibel erfahren wir, dass das Tor auch einmal jener Ort war, wo Gerichtsverhandlungen und Beratungen abgehalten wurden. Sehr schön wird das im Buch Rut geschildert, wo es Boas im Tor gelingt, den Besitz seines verstorbenen Verwandten rechtmäßig zu erwerben - und auf diese Weise die Witwe Rut zur Frau zu gewinnen. Das Tor hatte also eine Schlüssel-Funktion für rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Belange. Wie gut, wenn an diesen wichtigen Stellen die richtigen Personen saßen - mit Weitblick und Gespür für das menschlich Mögliche, denen es wirklich um Gerechtigkeit geht.
Stefan Schlager

16. Dezember 2007
Das Glück
Es huscht das Glück von Tür zu Tür,
Klopft zaghaft an: wer öffnet mir?
Der Frohe lärmt im frohen Kreis
Und hört nicht, wie es klopft so leis.
Der Trübe seufzt: Ich lass nicht ein,
Nur neue Trübsal wird es sein.
Der Reiche wähnt, es pocht die Not,
Der Kranke bangt, es sei der Tod.
Schon will das Glück enteilen sacht;
Denn nirgends wird ihm aufgemacht.
Der Dümmste öffnet just die Tür -
Da lacht das Glück: „Ich bleib bei dir!”
Richard Zoozmann

17. Dezember 2007
Die Zeit des Gebets
Als einmal ein Rabbi bei einem anderen Rabbi zu Gast war, wartete er lange mit dem Morgengebet. Befragt, wann er beten wolle, antwortete er, er wisse es selber noch nicht, und erzählte eine Geschichte: „Ein König hatte eine Stunde bestimmt, zu der er jedem seiner Untertanen freies Gehör gab. Einmal kam ein Bettler vor das Schloss und verlangte, zum König geführt zu werden. Die Wächter fuhren ihn an, ob er denn die Verfügung nicht kenne. Der Bettler sprach: ‚Ich kenne sie wohl; aber sie gilt nur für jene, die mit dem König von den Dingen reden, deren sie bedürfen. Ich aber will mit dem König von den Dingen reden, deren das Reich bedarf.’ Sogleich wurde dem Bettler der Einlass gewährt. „Wie kann ich demnach“, beschloss der Rabbiner seine Erzählung, „wissen, wann ich beten werde?“

18. Dezember 2007
Wenn du also betest,
geh in dein Zimmer, verschließe die Tür
und bete zu deinem Gott, dem Unsichtbaren.
Gott, Vater und Mutter für dich,
sieht das Unauffällige und
wird es dir anrechnen.
Mt 6,6

19. Dezember 2007
Das Rätsel der drei Türen
Die Ausgangssituation lautet folgendermaßen: Sie sind Kandidatin einer Fernsehshow und dürfen eine von drei verschlossenen Türen auswählen. Hinter einer der Türen wartet der Hauptgewinn, ein prachtvolles Auto, hinter den anderen beiden steht jeweils eine meckernde Ziege.
Frohgemut zeigen Sie auf eine der Türen, sagen wir Nummer eins. Doch der Showmaster, der weiß, hinter welcher Tür sich das Auto befindet, lässt sie nicht sofort öffnen, sondern sagt geheimnisvoll: »Ich zeige Ihnen mal was!« Er lässt eine andere Tür öffnen, sagen wir Nummer drei – und hinter dieser steht eine Ziege und glotzt erstaunt ins Publikum. Nun fragt der Showmaster lauernd: »Bleiben Sie bei Tür Nummer eins?
Als Schlüssel erweist es sich, auch die Perspektive des Showmasters einzunehmen statt nur die der Kandidatin. Der zweite Kunstgriff besteht darin, konkrete Fälle durchzuspielen. Die drei Möglichkeiten lauten:
Erstens: Das Auto steht hinter Tür eins. In unserem Beispiel hat die Kandidatin diese Tür gewählt, es wäre also sinnvoll, bei dieser Tür zu bleiben, was immer der Showmaster tut.
Zweitens: Das Auto steht hinter Tür drei. Dann muss der Showmaster natürlich Tür zwei öffnen. Denn er darf nicht das Auto hinter Tür drei zeigen, und er darf auch nicht enthüllen, ob die Kandidatin mit Tür eins richtig liegt. In diesem Fall ist also das Wechseln zur verbleibenden Tür drei vorteilhaft.
Drittens: Das Auto steht hinter Tür zwei. Der Fall ist ein Spiegelbild des vorigen, nur dass der Showmaster diesmal Tür drei öffnet. Wieder verhilft Wechseln zur verbleibenden Tür zum Gewinn.
Fazit: Wer wechselt, gewinnt in zwei von drei Fällen, also empfiehlt sich Wechseln. So einfach ist das.
Und die Moral von der Geschicht’? Die Wissenschaft hat festgestellt, wenn das berüchtigte Ziegenproblem vermittelbar ist, dann ist es prinzipiell möglich jedes andere Problem ebenfalls zu lösen.
Was kann dann noch schief gehen?
Nach Jochen Paulus
20. Dezember 2007
Rabbi Mendel von Kozk sprach: „Es heißt: ‚Und diese Worte, die ich heut dir gebiete, sollen auf deinem Herzen sein.’ Es heißt nicht ‚in deinem Herzen’. Denn das Herz ist zeitenweise geschlossen, die Worte liegen aber auf ihm, und wenn es in heiligen Zeiten sich öffnet, fallen sie in seine Tiefe.”
Martin Buber

21. Dezember 2007
Schenke mir, Gott, einen Besen,
damit ich, zornig über die schlechte Welt,
kehren kann lächelnd vor meiner Haustür.
Rudolf Otto Wiemer

22. Dezember 2007
Tage der offenen Tür
Am 22. Dezember 1989 erfolgte unter dem Jubel von mehr als 100.000 Menschen die Öffnung des Brandenburger Tores. War es bis zum Jahre 1989 ein Symbol für die Teilung Berlins und Deutschlands, ist es heute ein Nationalsymbol für die Einheit.
Gegenüber wem oder was verschließe ich mich seit Jahren?
Was könnte passieren, wen ich mich öffnen würde?

23. Dezember 2007
Zwei Türen
Zwei Türen
Nur zwei Türen
sind verriegelt.
Alle andern laden dich ein
und öffnen dem leisesten
Druck deiner Neugier.
Nur diese Türen sind
so hart zu öffnen
dass deine Kräfte nicht reichen.
Kein Schreiner kommt und
hobelt sie ab und ölt
die widerspenstigen Riegel.
Die Tür die sich hinter dir
schloss und du bist
draußen.
Die Tür die vor dir sich sperrt und du
bist drinnen.
Hilde Domin

24. Dezember 2007
Die Christusdarstellung im romanischen oder gotischen Tympanon oder als Statue am Eingang bezieht sich auf das Wort Jesu: „Ich bin die Tür“. (Joh 10,9), die Darstellung Marias an gleicher Stelle auf ihre Jungfrauschaft/Mutterschaft, die dem Sohn Gottes den Weg in die Welt öffnete und zugleich „die reine Himmelspforte“ blieb.
Welche Türen werden mir heute geöffnet?
Welche Türen öffnen sich durch mich für andere Menschen?
