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Politisch aktuelle Ausstellung im Herzogenrather Nell-Breuning-Haus

"Arm trotz Arbeit" aus
der Sicht von Frauen

Von Nachrichten-Mitarbeiter
Stefan Schaum (AN, 10.5.2003)

Herogenrath. Drei Mini-Jobs erledigen, Stress ohne Ende haben - und unterm Strich gerade genug zum Leben verdienen. Viele Frauen fallen trotz hohem Arbeitseifer unter die Arbeitsgrenze. "Arm trotz Arbeit!", ein Thema für die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).

Vor zwei Jahren kam der Ball bei einem Studientag der kfd im Herzogenrather Nell-Breuning-Haus ins Rollen. "Viele Frauen müssen solch einen enormen Aufwand betreiben, überhaupt arbeiten zu können, dass finanziell fast nichts hängen bleibt", beschrieb Sonja Billmann, Sprecherin des Aachener Diözesanverbandes die traurigen Erkenntnisse des damals gestarteten Denkprozesses. Viele Lebensbeispiele von Frauen haben die Mitglieder des kfd seitdem gesammelt. "Eine war dabei", erklärte Billmann, "die fünf Mini- Jobs hat und doch mit Kohle heizen muss, weil ihr andere Wärme zu teuer wäre".

"zerrissen sein" heißt das Werk das kfd-Diözesansprecherin Gisela Handels
(l.) und Sonja Billmann sowie Künstlerin Uta Göbel-Groß (r,) präsentieren
(Foto: Stefan Schaum)

Griff zum Pinsel

Konkrete Probleme, die eher beiläufig auch zu kreativen Abstraktionen auf Leinwänden wurden. "Uns kam spontan die Idee, das Thema auch künstlerisch anzupacken", so Billmann. Unter Leitung der Herzogenrather Künstlerin Uta Göbel- Groß griffen neun Damen zum Pinsel, darunter auch Sonja Billmann, die mit dem Malgerät nur wenig vertraut war. Zunächst blieben die Farbtöpfe ohnehin zu.

"Wir haben einen Tag darauf verwandt, uns dem Thema zunähern, die Bergriffe "Arm" und "Arbeit" für uns zu definieren", verdeutlichte Göbel-Groß.
Erst dann wurden die Leinwände in Angriff genommen, jede exakt 1,70 x 0,60 Meter groß. Viel Fläche. Beinahe zu viel für Sonja Billmann, die mit ihrem Pinsel zunächst "fast erschrocken vor dem riesigen weiß" hockte. Zwei Tage wurde gemalt. Heraus kamen beeindruckende Bilder.

Wie das Werk "zerrissen sein", das dunklen Rottönen einen in der Mitte durchtrennten Frauenkörper zeigt. "Frauen müssen vieles sein", erklärte Uta Göbel-Groß, "Erwerbstätige, Hausfrau und Mutter, das zerrt an einem".
Bie Bilder werden den Prozess "Arm trotz Arbeit" der kfd im Bistum Aachen nun begleiten. Bis zum 20. Mai sind sie im Nell-Breuning-Haus (Wiesenstr.17) zu sehen - auch an diesem Wochenende - täglich von 9 bis 18 Uhr.