Themen:

kfd und Gemeinschaft von Gemeinden (GvG)

 

Das neue Leitungsteam

Kirche Bardenberg

Der Umstrukturierungsprozess in unserem Bistum, ausgelöst von der Finanzkrise, aber auch von der ständig sinkenden Priesterzahl, ist in vollem Gange. Die Dekanate, an denen die kfd zumindest in den Landregionen unserer Diözese bisher ihre Strukturen ausgerichtet hat, gibt es seit dem 01. Januar 2007 nicht mehr. Bis zum 01.01.2010  sollen sich die ehemals 530 Pfarrgemeinden  zu 72 Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) zusammenschließen. Um die Zusammenarbeit der Gemeinden in den verschiedenen Gemeinschaften von Gemeinden zu stärken, hat Bischof Mussinghof nach intensiver Beratung im Diözesanpriesterrat im März 2008 außerdem beschlossen, dass zunächst 125 Pfarreien unseres Bistums ebenfalls bis zum 01.01.2010 zu 45 neuen Pfarreien vereinigt werden.

Dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten; neue Strukturen sind  eine mögliche Konsequenz aus der zunehmenden Säkularisierung. Bei immer weniger KatholikInnen und Priestern braucht man nicht mehr so viele Pfarrgemeinden; die finanziellen und personellen Resourcen müssen gebündelt werden, was zu weiterem Personalabbau und  weiteren Schließungen  von Räumen und Kirchen führen kann. Davon ist auch die kfd in den nächsten Jahren mehr oder weniger stark betroffen. Wenn Kirchen umgenutzt, Pfarrheime geschlossen werden, wenn Ansprech-partnerInnen und Strukturen der Mitbestimmung sich ändern, dann kann das für die kfd-Pfarrgruppen vor Ort die Konsequenz haben, dass der Raum, in dem die  Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst (die „Helferinnen“) sich treffen, oder der, in dem die Mitgliederversammlungen und Adventsfeiern  immer stattgefunden haben, nicht mehr zur Verfügung steht oder dass  das Pfarrbüro, in das die Mitgliedszeitschrift geliefert wurde nicht mehr existiert.

Bereits im November 2005 hat Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff  die Gemeinschaften von Gemeinden aufgefordert, sogenannte Pastoralkonzepte zu entwickeln, denn die anstehenden Fragen um Finanz- und Personalressourcen lassen sich nur zukunftsorientiert beantworten, wenn Kenntnis und Transparenz besteht, welche pastoralen Herausforderungen sich stellen und welche Antworten die Kirche am Ort hierauf geben will und kann. Diese Konzepte sollten nicht nur von Pfarrern und dem Pastoralteam erarbeitet werden, sondern es ist  unerlässlich, dass an der Entwicklung insbesondere auch die Pfarrgemeinderäte und darüber hinaus die vor Ort engagierten Laien in Initiativen und Verbänden beteiligt werden müssen.

Oft wird zur Entwicklung der Pastoralkonzepte eine  Bestandsaufnahme der kirchlichen/pastoralen Aktivitäten, die es in einer Pfarrgemeinde bzw. GdG gibt, gemacht.

Einen hohen Stellenwert hat dabei vielfach die seelsorgliche Grundversorgung (Gottesdienste, Sakramentenpastoral, Beerdigungen) Die vielen verschiedenen Gruppierungen, die es darüber hinaus in den Pfarrgemeinden gibt (z.B. die Caritasgruppen, Verbände wie KAB, Kolping oder kfd, die Jugendgruppen oder der Eine-Welt-Läden) sind hingegen manchmal nicht im Blick der Pastoralteams und auch der Pfarrgemeinderäte, sei es , weil man sie als etwas Selbstverständliches ansieht, sei es, weil sie ein Eigenleben neben dem pfarrlichen Alltag führen. Deshalb ist es wichtig für jede kfd-Gruppe, dass sie über den Stand der Entwicklung des Pastoralkonzeptes in Ihrer GdG auf dem Laufenden ist und sich gegebenenfalls selbst in den Prozess einschaltet.

Daher die Bitte des Diözesanleitungsteam der kfd:
NUTZEN SIE IHRE CHANCE UND BETEILIGEN SIE SICH AN DER ENTWICKLUNG DER PASTORALKONZEPTE!

Sprechen Sie dazu die Pfarrgemeinderäte oder die hauptberuflichen pastoralen MitarbeiterInnen in Ihrer GdG an! Bringen Sie das Spezifische Ihrer Arbeit in deren Blickfeld und formulieren Sie Ihre Bedürfnisse,  damit Ihre kfd-Gruppe mit ihren Anliegen bei der Konzeptentwicklung berücksichtigt wird.

Das Diözesanleitungsteam ist gegebenenfalls bereit, mit Ihnen, den Betroffenen vor Ort, in den Regionen und Pfarrgruppen das Gespräch zu suchen und die bestmögliche Position auszuloten. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Ihre Anliegen vor Ort auch zukünftig gesichert sind.

Die Entwicklung eines Pastoralkonzepts bedeutet aber auf alle Fälle auch, dass zukünftig nicht jede Gemeinde das komplette Spektrum an Angeboten aufrecht erhalten kann; es muss entschieden werden, welche pastoralen Schwerpunkte zukünftig gesetzt werden, und worauf (auf welche Bereiche und Gebäude) man notfalls verzichten kann. Und deshalb müssen auch die kfd-Frauen der Tatsache ins Auge sehen,  dass es sich nicht vermeiden lassen wird, dass auch kfd-Gruppen betroffen sein werden von Schließungen von Kirchen und Pfarrheimen und von Personalkürzungen in den Gemeinden. Das sind für die Betroffenen schmerzliche Erfahrungen!  Dann müssen neue Möglichkeiten und Wege gefunden werden, die Arbeit fortzusetzen. Z.B. wo zukünftig AnsprechpartnerInnen zu finden sind, welches Pfarrbüro in der GdG wann besetzt ist,  wo es Räume gibt, in denen Gruppentreffen oder Veranstaltungen stattfinden können, wer den Belegungsplan für diese Räumlichkeiten erstellt, wie diese Räume erreicht werden können (z.B. Fahrgemeinschaften organisieren, Mitfahrgelegenheiten anbieten, Busfahrpläne ausfindig machen) oder wohin in Zukunft die Mitgliederzeitschrift geliefert werden kann.

Dazu ist es vielleicht sinnvoll,  Kontakt mit den anderen kfd-Gruppen in der GdG aufzunehmen, um manches Problem gemeinsam angehen zu können. Und vielleicht ergibt sich daraus ja auch eine Kooperation in anderen Dingen: der jährliche Ausflug wird gemeinsam/abwechselnd organisiert, der Einkehrtag findet für alle kfd-Gruppen auf GdG-Ebene statt, es bildet sich eine Gruppe Junger Frauen oder ein Bibelkreis auf GdG-Ebene und vielleicht fusionieren sogar zwei Pfarrgruppen innerhalb einer GdG, weil jede für sich nicht mehr genug Frauen findet, die bereit sind, im Vorstand mit zu arbeiten.

Sie sehen also, die Veränderungen und Umstrukturierungen bringen auch Chancen und Möglichkeiten mit sich und eröffnen Ihnen neue Wege der Weiterarbeit. Nutzen Sie diese Chancen!

Aber unsere Überlegungen sollten noch weiter gehen: denn auch wenn der Bischof innerhalb unseres Verbandes die Dekanatsstruktur nicht aufheben kann, sollten wir kfd-Frauen prinzipiell überlegen, ob wir unsere Strukturen nicht doch an die neuen Bistumsstrukturen anpassen wollen. Zumindest dort, wo sich bereits  GdGs gebildet haben (37 der geplanten 72 GdGs sind bereits vollständig gegründet 20 weitere in Teilen), scheint es sinnvoll, Kontakt mit den anderen kfd-Gruppen aufzunehmen, sich zum Informations- und  Erfahrungsaustausch zu treffen und vielleicht die ein oder andere Veranstaltung gemeinsam zu planen. Das Diözesanleitungsteam sieht darin Chancen für die Weiterarbeit der kfd-Gruppen, und ist solchen Kooperationen und eventuell auch Zusammenschlüssen gegenüber offen.

Zum Schluß haben wir Ihnen zur Unterstützung noch einige weitere Dokumente zusammengestellt:


Weitere  hilfreiche Veröffentlichungen finden Sie auf der Homepage des Bistums Aachen: